Dr. med. E. J. Messer
Home / Handchirurgie / Sehnenfacheinengung

Sehnenfacheinengung

Schnappfinger, schnellender Finger, Springfinger, Tendovaginitis stenosans (de Quervain)

Die Sehnen der Hand und der Finger verlaufen streckenweise innerhalb bestimmter Kanäle und Bandstrukturen um deren Funktionen zu gewährleisten (wie ein Hypomochlion). Genau an diesen Stellen kann es in Folge einer Verdickung des Sehnengleitgewebes oder der Bandstrukturen zu einer relativen Enge mit Funktionsstörungen und schmerzhafter Bewegung der Finger kommen. Typisch hierfür ist die schmerzhafte Einengung der Daumenstrecksehnen im Bereich des Handgelenkes speichenwärtig (im sogen. 1. Strecksehnenfach, Tendovaginitis stenosans de Quervain) oder die Einengung der Beugesehnen durch sogenannte Ringbänder in der Hohlhand auf Höhe der Fingergrundgelenke (schnellender Finger, Ringbandstenose).
Ursachen hierfür sind chronische und akute Überlastungen, aber auch ein Bagatelltrauma oder bestimmte rheumatische Erkrankungen.

Die Behandlung der Ringbandstenose (schnellender Finger) besteht in einem kleinen operativen Eingriff, bei dem in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) das Ringband vorsichtig unter Schonung der parallel zu der Sehnenscheide verlaufenden Blutgefäße und Nerven dargestellt und über der Beugesehne quer komplett durchtrennt wird. Die freie Fingerbeweglichkeit ist nach Abklingen der Anästhesie in der Regel wieder hergestellt. Die Fäden werden nach ca. 10-14 Tagen entfernt. Eine krankengymnastische Übungsbehandlung wird nur selten notwendig. Grundsätzlich sollte nach handchirurgischen Eingriffen die Hand bzw. der Arm hochgelagert werden, um ein übermäßiges Anschwellen zu verhindern.
Alternativ kann auch versuchsweise eine Mischung aus einem Betäubungsmittel und einem abschwellenden Präparat (Lokalanästhetikum und Kortison) unter sterilen Bedingungen vorsichtig in die Sehnenscheide (und nicht in die Sehne) eingebracht werden.
Bei Kleinkindern kommt eine angeborene Variante dieser Erkrankung am Daumen vor, die Pollex flexus congenitus (angeborener gekrümmter Daumen) genannt wird. Bei dieser steht der Daumen am Endglied in Beugestellung. Außer dem Ringband muss noch ein weiteres, schräg verlaufendes Band über dem Daumengrundglied (oblique pulley) durchtrennt werden.
Nicht selten ist diese Einengung der Beugesehnen im Bereich der Ringbänder mit einer Verhärtung der Bindegewebsplatte der Hohlhand (Morbus Dupuytren) vergesellschaftet, so dass hier der operative Eingriff ausgeweitet werden muss.